Im Internet läuft das Märchen “Des Kaisers neue Kleider” andersrum ab: Wir glauben uns bekleidet, für den Kaiser aber sind wir nackt. Natürlich nur virtuell. Die Debatte tobt: Zerstört die digitale Welt unsere Privatsphäre – oder sind Datenschützer einfach ein bisschen prüde?
Im Internet ein Buch bestellt. Vorher den Autor gegoogelt, danach noch ein bisschen weitergesurft. Dreimal mit dem Handy telefoniert, am Abend auf Facebook gechattet. Man kommt rum im Netz im Lauf eines Tages. Auch ohne das Haus zu verlassen. Aber nicht ohne Spuren zu hinterlassen.
Datenspuren. Da ist mindestens die IP-Adresse, die jeder Computer zugewiesen bekommt, wenn er ins Netz geht; ein Code, mit dem er für die Server unter Millionen Internetnutzern identifizierbar ist. Noch weiter entblößt sich, wer in sozialen Netzwerken wie Facebook unterwegs ist. Wissenschaftlern des Wiener iSecLab ist es gelungen, auf Basis von Benutzerprofilen und mit Hilfe von Spionageprogrammen erstaunlich präzise Persönlichkeitsanalysen zu erarbeiten.